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Regards Croisés: Künstlerische Begegnungen und Freundschaft mit Christine Robion

Die erste französische Künstlerin, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte, ist Christine Robion. Meine Begegnungen mit französischen Künstlern führten mich auch dazu, Pierre Bichet zu entdecken, einen lokalen Maler, dessen Werk mich während meines Museumspraktikums tief bewegt hat. Christine Robion, eine vielseitige Künstlerin, Schriftstellerin und Musikerin, wurde 1951 in der Bretagne geboren. Ihr Bildungsweg ist abwechslungsreich: Sie besuchte mehrere Schulen und Gymnasien, bevor sie ihr Studium an der Universität Caen, dann an der Sorbonne und schließlich am INALCO in Paris aufnahm. Stets leidenschaftlich der Malerei zugetan, entwickelte Christine auch ein Interesse an der Fotografie, die sie in Deutschland studierte.

Christine hat sowohl in Paris als auch im Ausland gelebt und in sehr unterschiedlichen Umgebungen gearbeitet, die ihr Werk beeinflusst und bereichert haben. Von Berlin, wo sie 1978 zum ersten Mal ausstellte, über Guadeloupe, Kamerun, Zypern, Griechenland bis hin zu Burkina Faso hat sie einen einzigartigen Stil und eine unverwechselbare Erzähltechnik perfektioniert, die sie zu einer vollendeten Künstlerin machen.

Der Beginn einer Freundschaft

Christine Robion ist nicht nur meine Lieblingskünstlerin; sie ist auch eine enge Freundin, fast wie Familie. Unsere Begegnung ist umso bemerkenswerter, als sie trotz des Alters- und Nationalitätsunterschieds zustande kam. Im Juli 2015 begann ich, Französisch an der Alliance Française in Chittagong in Bangladesch zu lernen, einer Institution, die Sprachkurse und Kulturveranstaltungen organisiert. Im Jahr 2016 lud die Alliance Française de Chittagong Christine Robion zu einer Künstlerresidenz ein, aufgrund ihres Interesses an der bengalischen Sprache und ihres Buches über das Leben eines Jungen aus Chittagong, der nach Frankreich ausgewandert war.

Als Studentin der Bildenden Künste in Chittagong und der Alliance Française hatte ich die Möglichkeit, an einem Workshop mit Christine Robion teilzunehmen. Um ihr Werk besser zu verstehen, erhielten wir ihr Buch „La vie rêvée de Chotan Barua". Leider führte im Juli 2016 ein Terroranschlag in Bangladesch aus Sicherheitsgründen zur Absage der Residenz. Es war ein trauriger Moment, und Christines Schriften und Werke berührten mich tief. Ich schrieb ihr eine Nachricht auf Facebook, und seitdem sind wir in Kontakt geblieben.

Wiedersehen in Frankreich

Im Jahr 2018 hatte ich die Möglichkeit, für eine zweimonatige Residenz an der ISBA nach Frankreich zu kommen, wo ich Christine zum ersten Mal persönlich traf. Diese Begegnung war ein Schlüsselmoment in meinem künstlerischen Werdegang. Im Jahr 2022 nahm ich an einem zweiwöchigen Workshop mit Christine und einer Ausstellung im Rathaus von Trévron teil. Diese Ausstellung mit dem Titel „Regards Croisés" beleuchtete unsere persönliche Interpretation keltischer Kreuze, Symbole, die in der Region Trévron allgegenwärtig sind. Dies war eine von mehreren Ausstellungen, an denen ich während meiner Zeit in Frankreich teilnahm, darunter Infiniment im Museum von Besançon.

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Die Vernissage der Ausstellung fand am Donnerstag, dem 24. Februar, um 18 Uhr im Rathaus von Trévron statt. Wir haben vierundzwanzig Leinwände im Format 30x30 cm gemalt, inspiriert vom bretonischen Erbe, insbesondere den Kreuzen und Schlössern der Region. Diese Erfahrung war für mich von größter Bedeutung. Sie ermöglichte es mir, das reiche Erbe der Bretagne zu entdecken, und inspirierte mich dazu, mich dort niederzulassen.

Regards Croisés

Inspiriert von der Bretagne

Am zweiten Tag der Ausstellung luden wir Schülerinnen und Schüler der Schule von Trévron ein, die Ausstellung zu besuchen und die Kreuze zu zeichnen, die sie um sich herum sahen. Diese Begegnung mit den jungen Schülerinnen und Schülern inspirierte mich zutiefst und bestärkte mich in meinem Wunsch, mich noch weiter in die bretonische Kultur zu vertiefen.

Meine gemeinsame Reise mit Christine Robion veranschaulicht auf eindrückliche Weise, wie Kunst Grenzen und kulturelle Unterschiede überwindet. Unsere Zusammenarbeit und Freundschaft haben nicht nur meine künstlerische Erfahrung bereichert, sondern auch meinen persönlichen und beruflichen Horizont erweitert. Christine hat mir gezeigt, wie wichtig das Erzählen von Geschichten in der Kunst ist und wie jedes Werk eine einzigartige und kraftvolle Geschichte erzählen kann.

Ein entscheidender Wendepunkt

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass meine Begegnung mit Christine Robion ein entscheidender Wendepunkt in meiner künstlerischen Laufbahn war. Sie bot mir unschätzbare Möglichkeiten und inspirierte mich dazu, meine Vision durch die Kunst weiter zu erkunden und auszudrücken. Ihr Einfluss auf meine Arbeit ist unbestreitbar, und ich bin dankbar für jeden gemeinsam verbrachten Moment. Durch unsere Zusammenarbeit habe ich gelernt, dass Kunst eine universelle Sprache ist, die tiefe und dauerhafte Verbindungen zwischen Menschen schaffen kann – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Hintergrund.

So stellt meine Erfahrung mit Christine Robion und unsere Ausstellung „Regards Croisés" nicht nur eine Verschmelzung unserer künstlerischen Talente dar, sondern auch ein Zeugnis der Freundschaft und gegenseitigen Inspiration, die aus der Begegnung zweier Welten entstehen kann.

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