Kunst inspiriert von den Gefangenen des Zweiten Weltkriegs
Eine tiefgründige künstlerische Reise
Im Jahr 2020 hatte ich als Student an der ISBA, Institut supérieur des beaux-arts de Besançon die einzigartige Möglichkeit, an einem „Atelier Recherche Création" im Musée de la Résistance et de la Déportation de Besançon vor seiner Renovierung teilzunehmen. Dieses Projekt war Teil meines Weges an der ISBA, der mich auch zur Ausstellung Infiniment im Museum von Besançon führte. Geleitet von meinen Zeichen- und Kunstgeschichtslehrern hat mich dieses Forschungsprojekt tief bewegt – insbesondere die Porträts und Bilder der Gefangenen, ihre Zeichnungen und die Gegenstände, die sie verwendeten.
Emotionale Verbindung zum Krieg
Obwohl ich als Bangladescher keine direkte Verbindung zum Ersten oder Zweiten Weltkrieg habe, wurzelt meine tiefe gefühlsmäßige Verbindung zum Krieg in der Geschichte meines Landes. Diese Verbindung zu Krieg und Familie steht auch im Mittelpunkt von meiner von Matir Moina inspirierten Kunst. Der Unabhängigkeitskampf des indischen Subkontinents und der Befreiungskrieg Bangladeschs gegen Pakistan waren stets ein wesentlicher Bestandteil meiner Erziehung. Aufgewachsen bin ich mit Geschichten von Resilienz und Überleben, die mein Verständnis des menschlichen Geistes in Zeiten des Konflikts geprägt haben.
Künstlerische Darstellung: Porträts auf Steinen
Inspiriert von den eindringlichen Bildern der Gefangenen wollte ich ihre Gesichter und Geschichten durch ein einzigartiges Medium darstellen. In meiner Kunstschule fand ich Steine verschiedener Formen und Größen, die ich als Leinwände zu verwenden beschloss. Porträts und Bilder auf diese Steine zu zeichnen wurde zu einem symbolischen Akt, der sowohl das Gewicht der Geschichte als auch die Widerstandskraft des menschlichen Geistes verkörpert.



Faux-Steine aus Pappmaché herstellen
Neben der Verwendung echter Steine experimentierte ich mit Pappmaché, um Faux-Steine herzustellen. Diese Wahl war symbolisch, da Steine oft die einfachsten und gebräuchlichsten Gegenstände sind, die in Ermangelung von Waffen zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Diese Faux-Steine ermöglichten es mir, meine Leinwand zu erweitern und verschiedene Texturen und Formen zu erkunden, was meinem künstlerischen Ausdruck mehr Tiefe verlieh.
Symbolische Installationen
Ich präsentierte diese Steinporträts in verschiedenen Formen, um tiefere Bedeutungen zu vermitteln. Eine Installation zeigte die Steine neben Papierbooten (Origami), die das Schicksal von Einwanderern und Flüchtlingen symbolisierten. Eine andere enthielt einen kleinen Gebetsteppich, der die Gefühle und die spirituelle Widerstandskraft der Gefangenen repräsentierte. Diese Installationen sollten beim Betrachter ein Gefühl von Empathie und Nachdenklichkeit hervorrufen und die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden.
Die Auswirkungen von COVID-19
Obwohl geplant war, eine Ausstellung im Musée de la Résistance et de la Déportation in Besançon zu organisieren, führte die COVID-19-Pandemie leider zu deren Absage. Trotz dieses Rückschlags war die Erfahrung für mich unglaublich bedeutsam und prägend. Sie ermöglichte es mir, tief in die Geschichten derer einzutauchen, die während des Krieges gelitten haben und überlebt haben, und diese Emotionen in meine Kunst einfließen zu lassen.
Eine herzliche Erfahrung
Das Projekt im Musée de la Résistance et de la Déportation war mehr als nur eine akademische Übung; es war eine herzliche Reise in das Leben von Menschen, die unvorstellbare Entbehrungen erlitten haben. Durch meine Kunst versuchte ich, ihr Andenken zu ehren und ihre Geschichten auf eine Weise zum Leben zu erwecken, die beim heutigen Publikum Anklang findet. Diese Erfahrung bestärkte meinen Glauben an die Kraft der Kunst, historische Lücken zu überbrücken und ein tieferes Verständnis menschlicher Erfahrungen zu fördern.
Fazit
Die Auseinandersetzung mit der von den Gefangenen des Zweiten Weltkriegs inspirierten Kunst war für mich eine tiefgründige und emotionale Reise. Als Künstlerin bot sie mir die Möglichkeit, mich mit der Vergangenheit zu verbinden und über die universellen Themen Widerstandsfähigkeit, Überleben und Hoffnung nachzudenken. Derselbe Geist treibt meine Ausstellung Infiniment im Museum von Besançon und die von Matir Moina inspirierte Kunst an. Der Prozess der Entstehung dieser Werke war trotz der durch die Pandemie verursachten Herausforderungen ein Beweis für die anhaltende Kraft menschlicher Kreativität und des menschlichen Geistes.
Ich lade Sie ein, diese Werke zu erkunden und über die Geschichten nachzudenken, die sie erzählen. Mit diesem Projekt hoffe ich, zu einem umfassenderen Verständnis der menschlichen Verfassung und der dauerhaften Auswirkungen der Geschichte auf unsere Gegenwart und Zukunft beizutragen.

