Meine Reise mit Rainer Oldendorf: Ein Bildhauer, Mentor und Wegbegleiter
Als jemand, der seine Kunstausbildung in Bangladesch, Frankreich und Deutschland verfolgt hat, hatte ich das Privileg, bei zahlreichen Lehrern zu studieren. Von der Grundschule bis zur Universität hat jeder Lehrer einen einzigartigen Eindruck auf meinem Weg hinterlassen. Unter ihnen sticht jedoch einer als besonders einflussreich hervor: Rainer Oldendorf, ein renommierter Bildhauer und Professor am Institut Supérieur des Beaux-Arts (ISBA) in Besançon, Frankreich. In diesem Blogbeitrag möchte ich meine Erfahrungen und den tiefgreifenden Einfluss teilen, den er auf meinen künstlerischen Werdegang hatte.
Erste Begegnung mit Rainer Oldendorf: Ein Treffen der Kulturen
Ich traf Rainer Oldendorf zum ersten Mal während eines zweimonatigen Residenzprogramms am ISBA in Frankreich. Als jemand aus Bangladesch war ich aufgeregt und gleichzeitig nervös, mich in eine neue Umgebung einzutauchen. Bei unserem ersten Treffen, als ich meine bangladeschischen Wurzeln erwähnte, stellte Rainer sofort eine Verbindung her, indem er über einen bangladeschischen Filmemacher sprach, den er bewunderte. Er nahm mich sogar in die Bibliothek und zeigte mir ein Buch über diesen Filmemacher, mit dem ich noch nicht vertraut war. Diese Geste des kulturellen Austauschs ließ mich willkommen fühlen und gab den Ton für unsere zukünftigen Begegnungen an.
Sein Student werden: Eine Welt voller Möglichkeiten
Einige Monate später wurde ich offiziell Rainer Oldendorfs Student am ISBA. Unter seiner Anleitung nahm ich an verschiedenen Kunstprojekten und Ausstellungen teil, von denen jede eine neue Lernerfahrung bot. Eine der unvergesslichsten war eine Studienreise zum Folkwang Museum in Essen am 13. April 2019, wo ich den Bildhauer Carl Emanuel Wolff zum ersten Mal traf. Ich besuchte diese Ausstellung mit Rainer und zwei Erasmus-Studenten, was mein Verständnis zeitgenössischer Kunst auf eine Weise erweiterte, die nur direkte Erfahrung bieten kann.
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Im Juli desselben Jahres hatte ich die Gelegenheit, an einem Filmprojekt mit dem Titel „Marco 14" in Wien zu arbeiten. Gemeinsam mit Rainer, ISBA-Studenten und Erasmus-Studenten verbrachten wir eine Woche in Wien und erkundeten die Schnittstelle zwischen Videokunst und narrativem Geschichtenerzählen. Diese Erfahrung weckte mein Interesse an Videokunst und vertiefte meine Wertschätzung für Rainers Ansatz, verschiedene Medien in seiner Arbeit zu verbinden.
Der HIVE-Workshop: Ein gemeinschaftliches Unterfangen
Von Anfang 2022 bis Ende 2023 hatte ich das Privileg, am kreativen Forschungsworkshop HIVE beteiligt zu sein, der von Rainer organisiert wurde. Dieser Workshop war eine einzigartige Initiative, die darauf abzielte, die Zusammenarbeit zwischen Studenten, Künstlern und Kulturinstitutionen zu fördern. Wir besuchten Museen, Kulturstätten, Ausstellungen und Künstlerateliers, wobei jeder Besuch neue Perspektiven auf Kunst und Kreativität bot.
Ein besonderes Highlight war das Ausstellungs- und Filmprojekt in Deutschland im März 2022. Ich hatte die Gelegenheit, mit namhaften Künstlern wie Patrick Neu, Carl Emanuel Wolff, Pierre Soignon, Maike Aden und Frédéric Lormeau zusammenzuarbeiten. Diese Erfahrungen bereicherten mein Verständnis davon, wie Kunst kulturelle und geografische Grenzen überschreiten kann und wie sie ein mächtiges Werkzeug für Geschichtenerzählen und gesellschaftlichen Kommentar sein kann.
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Eine persönliche Verbindung: Die emotionale Reise
Jenseits der akademischen und beruflichen Interaktionen entwickelte sich meine Beziehung zu Rainer Oldendorf auch auf persönlicher Ebene. Im Januar 2022 half ich ihm zusammen mit drei weiteren ISBA-Studierenden dabei, die Möbel aus der Wohnung seiner Eltern auszuräumen. Diese Aufgabe war für Rainer zutiefst emotional, da sie mit dem Abschied von Erinnerungen und Sammlungen verbunden war, die für ihn einen bedeutenden sentimentalen Wert hatten. Zeuge seiner Verletzlichkeit zu werden und zu erleben, welche Bedeutung er der persönlichen Geschichte beimisst, gab mir ein tieferes Verständnis für die emotionalen Verbindungen, die einem Großteil seiner Arbeit zugrunde liegen.
Neue Horizonte erkunden: Das letzte Kapitel
Meine Reise mit Rainer gipfelte in einem Besuch der Bauhaus-Universität und des Goethe-Hauses in Weimar, gefolgt von einer Reise nach Dresden im Juli 2023. Dresden war zuvor der Schauplatz meines prägenden Erasmus-Austauschs gewesen. Diese Besuche, reich an historischer und kultureller Bedeutung, bildeten den perfekten Abschluss meiner Zeit mit ihm. Sie fassten alles zusammen, was ich von Rainer gelernt hatte: die Bedeutung der Geschichte, die Kraft des Geschichtenerzählens und die grenzenlosen Möglichkeiten kreativer Erkundung.
Über seinen Einfluss und sein Vermächtnis nachdenken
Rainer Oldendorf ist nicht nur ein außergewöhnlicher Pädagoge; er ist ein einflussreicher Künstler, dessen Werk verschiedene Medien umfasst, darunter Skulptur, Film, Fotografie und Lehre. Geboren am 28. Oktober 1961 in Lüchow, Deutschland, hat Rainers künstlerischer Weg ihn durch mehrere Länder geführt und eine starke Präsenz an Orten wie Besançon, Lörrach, Paris und Porspoder etabliert. Sein Werk zeichnet sich durch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit persönlicher, sozialer und politischer Geschichte aus und reflektiert häufig die Kontexte, in denen seine Arbeiten entstehen.
Rainers künstlerische Philosophie dreht sich um die Idee, den öffentlichen Raum in einen privaten zu verwandeln, Realität mit Fiktion zu verbinden und die zarte Grenze zwischen Fotografie und Film zu erkunden. Sein Ansatz ist ganzheitlich: Er bezieht die Gemeinschaften ein, mit denen er arbeitet, und lädt die Betrachter ein, zu aktiven Teilnehmern der Erzählung zu werden. Dies zeigt sich in seinen zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Europa, wo seine Werke in renommierten Häusern wie der Fundació Antoni Tàpies in Barcelona, dem Kunstverein in Bonn und der documenta 14 in Athen und Kassel gezeigt wurden.
Seine Ausstellungen, wie „Wie ich lebe und warum" in der Galerie du Granit in Belfort (2019) und „Grammaire au service de la disparition" an der Ecole Régionale des Beaux-Arts in Valence (2006), zeugen von seiner Fähigkeit, durch seine Kunst zum Nachdenken anzuregen und Emotionen zu wecken. Rainers Werk stellt häufig konventionelle Grenzen in Frage und ermutigt die Betrachter, ihre Wahrnehmung von Raum, Zeit und Erinnerung zu hinterfragen.
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Wie Nuria Enguita Mayo treffend beobachtete, ist Rainers Kunst „eine Übung, die den öffentlichen Raum in einen privaten verschiebt, den realen Raum in einen fiktiven, zwischen Fotografie und Film." Diese Dualität in seinem Werk ist es, die seine Kunst so überzeugend und relevant in der heutigen Welt macht, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zunehmend verschwimmen.
Da ich das Privileg hatte, von ihm zu lernen, kann ich mit Überzeugung sagen, dass Rainer Oldendorf nicht nur meine künstlerische Praxis geprägt, sondern auch meinen Horizont erweitert hat. Seine Lehren haben mich inspiriert, die Schnittstellen verschiedener Medien weiter zu erkunden und stets neugierig auf die Welt um mich herum zu bleiben.
Abschließend lässt sich sagen, dass meine Zeit mit Rainer Oldendorf transformativ war. Er ist nicht nur ein Lehrer, sondern ein Mentor und Wegbegleiter, der Türen zu neuen Möglichkeiten und Denkweisen geöffnet hat. Sein Einfluss wird meinen künstlerischen Weg zweifellos noch viele Jahre lang prägen.







